Wien (OTS) – Virtuelle Besichtigungen, personalisierte Angebote oder
dynamische
Updates zur Wohnungssuche haben sich in kurzer Zeit zum Standard der
Branche entwickelt. Aktuell bauen digitale Plattformen durch Zukäufe
und Bindung von Maklern ihre strategische Position aus, mit dem Ziel
das Geschäft der Immobilienmakler zu übernehmen. Der Immobilienring (
iR) entwickelt Initiativen, um seine Qualitätsmakler zukunftssicher
aufzustellen. „ Die Zukunft gehört den Maklerunternehmen, die sich
vernetzen, weiterentwickeln und ihre Stärke mit digitaler Kompetenz
verbinden “, sagt Georg Spiegelfeld, Präsident Immobilienring
Österreich beim Pressegespräch am 21. Oktober 2025 in Wien. Nach dem
Ende der Hochpreis – Rallye und Nullzinsphase findet am
Wohnimmobilienmarkt ein Paradigmenwechsel vom Eigentum zur Miete
statt. Das erfordert ein Umdenken für die Projektentwicklung und
flexiblen Mietkaufmodellen.
Finanzstarke Plattformen bauen ihr Immobilien-Ökosystem von der
reinen Anzeigenplattform aus und um. Ausgehend von diesem
Basisgeschäft verfügen diese über ein unglaubliches Datenvolumen aus
Registrierung, Suchverhalten, Finanzierungswünsche, Umzugsdaten,
Bonitätsauskünfte und viele mehr. Jeder Nutzer gibt dazu seine
Einwilligung zur Verarbeitung und Verknüpfung.
Zwtl.: Forderung nach Schutz personalisierter Daten für Plattformen
Thomas Lainer, Vizepräsident des iR warnt vor Datenmissbrauch
durch große Plattformen, die Kundendaten sammeln, verknüpfen und
kommerziell nutzen – oft ohne die strengen Datenschutzregeln, die für
Makler gelten. Lainer: “ Der Immobilienring fordert dringend klare
gesetzliche Regelungen. Wir brauchen Transparenz, Kontrolle über
Verknüpfung und Löschung personenbezogener Daten und dazu eine
stärkere Prüfung der Plattformen. Denn während Makler nach DSGVO
handeln und lokal wirtschaften, verlagern Plattformen ihre Gewinne
ins Ausland und umgehen nationale Vorschriften. ”
Zwtl.: www.immomarktplatz.at stärkt die digitale Souveränität der
Branche
Mit dem Immobilienmarktplatz Österreich wurde eine unabhängige
Plattform für Angebot und Suche geschaffen, die sich klar von
internationalen Anbietern abgrenzt. „Damit stärken wir die digitale
Souveränität heimischer Makler“, betont Georg Spiegelfeld. Der
immobilienmarktplatz.at bietet für Makler eine perfekte Lösung für
eine softwareübergreifende Zusammenarbeit, bietet Suchenden um 24
Stunden früheren Zugang zu Immobilienangeboten und wird von ÖVI, WKO
und dem Immobilienring entwickelt und betrieben.
Zwtl.: Österreichische Qualitätsmakler zukunftssicher aufstellen
Virtuelle Besichtigungen, personalisierte Angebote und KI-
gestützte Prozesse sind längst Branchenstandard. Der Immobilienring
unterstützt seine Mitglieder mit Fortbildungen, Best-Practice-
Austausch und Zugang zu innovativen Technologien. „Makler entwickeln
sich zunehmend zu spezialisierten Beratern“, so Georg Spiegelfeld.
Gemeinsam mit Startups werden neue Lösungen getestet und
weiterentwickelt – mit dem Ziel, die Branche zukunftssicher und
praxisnah aufzustellen.
Zwtl.: Rechtssicherheit als Schlüssel für langfristige
Mietverhältnisse
Spiegelfeld: „ Vermieter haben aus wirtschaftlicher Sicht ein
starkes Interesse an langfristigen Mietverhältnissen, da jeder
Mieterwechsel mit hohen Kosten und Aufwand verbunden ist. “
Gleichzeitig stellen Zahlungsausfälle und Vertragsverletzungen ein
großes Risiko dar. „Gerichtliche Verfahren dauern oft bis zu neun
Monate“, erklärt Spiegelfeld. Der Immobilienring fordert daher mehr
Rechtssicherheit, rasche Verfahren bei groben Verstößen und stabile
Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Mietrendite von 3–4 %.
Zwtl.: Paradigmenwechsel: Miete statt Eigentum
Die Nachfrage nach Mietwohnungen steigt weiter deutlich, während
der Eigentumsmarkt stagniert. „Es braucht ausreichend Angebot und
aktive Wohnbautätigkeit, um stabile Mieten zu sichern“, erklärt
Alexander Scheuch, Vizepräsident des iR. Für 2025 zeichnet sich durch
mehr Baubewilligungen ein leichter Aufschwung ab. Angesichts der
aktuellen Entwicklungen fordert der Immobilienring einen
Paradigmenwechsel – weg vom Fokus auf Eigentum, hin zu einem
realistischen Blick auf den Mietmarkt.
Zwtl.: Mietkaufmodelle als Alternative
Mietkaufmodelle bieten eine attraktive Alternative zum
klassischen Wohnungskauf. Nach einer Mindestmietdauer und
Eigenmittelzahlung kann die Immobilie zu einem fixierten Preis
übernommen werden. Neue Varianten ermöglichen eine individuelle,
zeitliche Kaufoption oder beinhalten einen Ansparanteil in der Miete,
der später auf den Kaufpreis angerechnet wird.
Zwtl.: Mietangebote in Wien und Linz halbiert – Graz bleibt stabil
Das Mietwohnungsangebot in Wien und Linz hat sich im Vergleich zu
2023 halbiert, während die Nettomieten deutlich gestiegen sind (Wien
+13 %, Linz +7 %). „ In Graz zeigt sich, dass ein ausgewogenes
Angebot die Mieten ohne politische Eingriffe stabilisieren kann “, so
Scheuch. Die Nachfrage nach 3- bis 4-Zimmer-Wohnungen nimmt weiter zu
– Projektentwickler sind gefordert, auf die geänderten
Wohnbedürfnisse zu reagieren.
Zwtl.: Chaotische Lage für Mieten im Westen
In Bregenz und Innsbruck gibt es kaum freie Mietwohnungen unter
1.000 Ꞓ, selbst WG-Zimmer fehlen. Wohnungen werden oft informell oder
über Social-Media-Kanäle vergeben. Salzburg verzeichnet über 2.000
Wohnungssuchende über das städtische Wohnservice. Am freien Markt
waren Anfang Oktober nur rund 150 Objekten verfügbar. Trotz
Fördermaßnahmen bleibt die Lage prekär, da Bauprojekte von der
Planung bis zur Fertigstellung Jahre dauern. Die geplante
Mindestbefristung von 5 Jahren könnte die Situation weiter
verschärfen, warnt Thomas Lainer – viele Vermieter würden ihre
Wohnungen dann lieber leer stehen lassen.
Zwtl.: Eigentumsmarkt in Salzburg bleibt verhalten
„Der Verkauf von Wohneigentum in Salzburg stagniert weiterhin,
zeigt aber erste Anzeichen der Erholung,“ so Thomas Lainer. Hohe
Preise, gestiegene Zinsbelastungen und wirtschaftliche Unsicherheit
bremsen den Markt. Viele Verkäufer setzen ihre Preise um bis zu 15 %
zu hoch an. Dennoch wirken sich Zinssenkungen und das Auslaufen der
KIM-Verordnung langsam positiv aus – der Markt beginnt sich zu
stabilisieren.





