FPÖ-Schuh: „Medizinstudienplätze müssen endlich vorrangig Österreichern zugutekommen“

Wien (OTS) – „Die Bundesregierung versagt bei der Sicherung
heimischer
Medizinstudienplätze und der medizinischen Versorgung Österreichs“,
kritisierte der freiheitliche Nationalratsabgeordnete Harald Schuh
aufgrund der Beantwortung seiner parlamentarischen Anfrage zu
Medizinstudienplätzen durch SPÖ-Wissenschaftsministerin Holzleitner.
Besonders problematisch sei die Nichterfüllung der geltenden EU-
Quotenregelung bei den Medizinstudienplätzen. Diese sehe vor, dass 75
Prozent der aktuell 1.806 Studienplätze dem sogenannten Österreich-
Kontingent, 20 Prozent EU-Bürgern und fünf Prozent
Drittstaatsangehörigen vorbehalten sind.

„Tatsächlich lag der Anteil des Österreich-Kontingents im Jahr
2025 jedoch lediglich bei 69,6 Prozent. Und selbst diese Zahl ist
verzerrt: Denn beim Österreich-Kontingent wird verschwiegen, dass
darunter auch Personen fallen, die zwar ein österreichisches
Maturazeugnis vorweisen, deren Nationalität aber nicht erfasst ist.
Die entscheidende Frage ist daher: Wie viele der Studienanfänger sind
tatsächlich österreichische Staatsbürger? Genau diese Frage blieb die
Ministerin schuldig“, so Schuh.

Der freiheitliche Abgeordnete kündigt deshalb eine Folgeanfrage
an. „Wenn die Regierung ständig von der Absicherung heimischer
Studienplätze spricht, dann muss sie auch offenlegen können, wie
viele österreichische Staatsbürger tatsächlich einen
Medizinstudienplatz erhalten.“

Ebenso alarmierend sei, dass das Wissenschaftsministerium
offenbar über keinen aktuellen Überblick zur Abwanderung von in
Österreich ausgebildeten Ärzten verfüge. „Die Ministerin kann
lediglich auf Studien aus dem Jahr 2021 und noch ältere Erhebungen
verweisen. Es gibt weder laufende Evaluierungen noch systematische
Rückmeldungen nach Studienabschluss. Wie viele Absolventen dem
österreichischen Gesundheitssystem verloren gehen, weiß die
Bundesregierung offensichtlich nicht“, kritisierte Schuh und verwies
auf Aussagen der Ärztekammer, wonach ein Drittel der Absolventen
nicht in Österreich wirksam wird.

„Daher muss sichergestellt werden, dass diese Ausbildungsplätze
in erster Linie den eigenen Staatsbürgern zugutekommen und für alle
Absolventen auch die weiterführende Ausbildung in den
Österreichischen Spitälern möglich und attraktiv ist. Denn erst durch
die Arbeit in den öffentlichen Spitälern und Lehrpraxen kommen die
hohen Ausbildungskosten auch den österreichischen Bürgern zugute“,
betonet Schuh abschließend.

Link zur Beantwortung der parlamentarischen Anfrage:
https://www.parlament.gv.at/gegenstand/XXVIII/AB/5452