Jugendliche erhalten Einblicke in Beteiligungsmöglichkeiten und Demokratiebildung im Parlament

Wien (PK) – Mehr als 100 Schülerinnen und Schüler waren heute zu Gast
im
Parlament, um bei der Diskussions- und Erklärveranstaltung „Parlament
interaktiv“ mehr über politische Beteiligung zu erfahren. Im Zentrum
stand ein Austausch mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der
Parlamentsdirektion, die Einblicke in Beteiligungsmöglichkeiten,
Demokratiebildung und die Bedeutung von Medien für die politische
Meinungsbildung gaben. Die Veranstaltung fand im Rahmen des
Jahresschwerpunkts „teilhaben teilsein“ statt, der die Teilhabe von
jungen Menschen in den Mittelpunkt rückt.

Parlamentsdirektor Harald Dossi betonte in seinen
Begrüßungsworten, dass Demokratie nicht nur eine Frage der „großen
Politik“ im Parlament, in der Regierung oder anderen Gremien sei,
sondern in alltäglichen Lebenssituationen auftauche, etwa in der
Familie oder in der Schulklasse. Entscheidungen könnten besser
getroffen werden, wenn man verschiedene Meinungen einholt und sich
dann auf eine Lösung einige, so Dossi.

Fragen und Antworten zu Beteiligungsmöglichkeiten

Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen Fragen der Schülerinnen
und Schüler aus vier Wiener Schulen an die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter der Parlamentsdirektion. Nikolaus Ebner von der Abteilung
für Präsidialangelegenheiten, Matthias Keppel, der Leiter der
Abteilung für Demokratiebildung im Parlament, und Ines Haberl,
Redakteurin im Newsroom des Parlaments gaben Auskunft über
verschiedene Arten der Beteiligung. Parlamentssprecher Karl-Heinz
Grundböck führte durch die Veranstaltung.

Von Nikolaus Ebner, dessen Abteilung die Plenarsitzungen des
Nationalrats vorbereitet, wollten die Jugendlichen mehr über Vorteile
und Gefahren von direkter Demokratie sowie über das Wahlrecht
erfahren. Über direkte Demokratie werde oft diskutiert, gab Ebner den
jungen Menschen mit. Es gehe etwa um Fragen, wie oft man die
Bevölkerung in Entscheidungen einbinde und bei welchen Fragen es
sinnvoll sei.

Ebner erklärte auch, dass sich das Wahlrecht in der Vergangenheit
immer wieder verändert habe. Österreich erlaube als eines von sehr
wenigen Ländern das Wählen mit 16 Jahren. Dennoch dürfen rund 20 %
der Bevölkerung nicht wählen, weil sie etwa keine österreichische
Staatsbürgerschaft haben. Ebner betonte, dass Wahlen nur eine von
vielen Möglichkeiten der Beteiligung seien. Er wies auf die Abgabe
von Stellungnahmen im Begutachtungsverfahren hin und die Möglichkeit,
sich direkt an Politikerinnen und Politiker zu wenden.

Einblicke in Demokratiebildung und gesellschaftspolitische
Teilhabe

Matthias Keppel, der Leiter der Abteilung für Demokratiebildung
im Parlament, legte dar, dass Demokratiebildung jungen Menschen das
notwendige Wissen über Demokratie und den Staat liefere, und ihnen
damit das Werkzeug mitgebe, selbst aktiv zu werden. Die Schülerinnen
und Schüler interessierten sich für Methoden der Demokratiebildung
und gute Quellen, um etwas über Politik zu lernen.

Keppel erzählte von der Methode des Rollenspiels, etwa beim
Jugendparlament. Jugendliche können dort in die Rolle von
Abgeordneten schlüpfen und so die Arbeit im Parlament selbst erleben.
Er rief die Klassen dazu auf, solche Spiele auch in der Schule zu
veranstalten. Wenn es um Informationen zu politischen Parteien geht,
betonte Keppel, dass es wichtig sei, die Quellen und Fakten zu
prüfen. In den sozialen Medien gebe es viele Informationen von
Politikerinnen und Politikern. Er selbst verlasse sich aber lieber
auf die Wahlprogramme der Parteien, direkt auf deren Webseiten.

Austausch über die Bedeutung von Medien für die politische
Meinungsbildung

Ines Haberl aus dem Newsroom des Parlaments erzählte, warum das
Parlament auf Social Media vertreten ist. Der Newsroom wolle
verständlich machen, was im Parlament passiert und jungen Menschen
damit verlässliche Informationen in die Hand geben, mit denen sie
sich eine eigene Meinung bilden können.

Die Jugendlichen stellten viele Fragen zum Einfluss von sozialen
Medien und zur Regulierung. Haberl betonte, dass man natürlich davon
beeinflusst werde, was man auf Social Media sehe. Wichtig sei, dass
einem das bewusst sei. Politikerinnen und Politiker etwa würden
natürlich ihre Botschaften verbreiten wollen. Dem Newsroom des
Parlaments sei es deshalb wichtig, immer Vertreterinnen und Vertreter
aller Parlamentsparteien zu Wort kommen zu lassen.

Wenn es um die Inhalte in sozialen Medien gehe, zeigte Haberl
auf, dass auch jede und jeder Einzelne einen Einfluss habe. So könne
man den Algorithmus etwa beeinflussen, indem man unerwünschten
Content bewusst wegwische. Hasskommentare könne man melden oder sich
selbst an der Konversation beteiligen. Wichtig sei, dass junge
Menschen informiert bleiben und sich einbringen, so Haberl. (Schluss)
kar

HINWEIS: Fotos von dieser Veranstaltung sowie eine Nachschau auf
vergangene Veranstaltungen finden Sie im Webportal des Parlaments .