Dornbirn/Bregenz (OTS) – Künstliche Intelligenz verändert zunehmend
auch den Bereich der
psychischen Gesundheit. KI-gestützte Anwendungen versprechen neue
Möglichkeiten für Diagnostik, Dokumentation, Qualitätssicherung und
die Unterstützung psychotherapeutischer Prozesse. Gleichzeitig
stellen sich grundlegende Fragen: Welche Aufgaben können Maschinen
übernehmen? Wo liegen fachliche, ethische und rechtliche Grenzen? Und
welche Bedeutung kommt der menschlichen Beziehung in einer zunehmend
digitalisierten Welt zu?
Mit diesen Fragen beschäftigt sich die internationale Fachtagung
„KI in der Psychotherapie“ , die am 20. Juni 2026 im vorarlberg
museum in Bregenz stattfindet. Bereits am Vorabend eröffnet der
renommierte Psychiater und Philosoph Prof. Dr. Dr. Thomas Fuchs die
Veranstaltung mit seinem öffentlichen Vortrag „Zwischen Mensch und
Algorithmus. Psychische Gesundheit in Zeiten von KI“ in der inatura
Dornbirn.
Im Rahmen eines Pressegesprächs diskutieren Expert:innen aus
Psychotherapie, Psychiatrie und Forschung aktuelle Entwicklungen und
deren Auswirkungen auf die psychische Gesundheitsversorgung.
Zwtl.: KI verändert die psychische Gesundheitsversorgung bereits
heute
Digitale Gesundheitsanwendungen, KI-basierte Chatbots und
automatisierte Analyseverfahren werden zunehmend im
Gesundheitsbereich eingesetzt. Während diese Technologien neue
Möglichkeiten eröffnen, zeigen aktuelle Berichte über
Datenschutzprobleme und unzureichend regulierte Anwendungen auch die
Notwendigkeit klarer Qualitätsstandards und einer
verantwortungsvollen Umsetzung.
Die zentrale Frage lautet daher nicht mehr, ob künstliche
Intelligenz in der psychischen Gesundheitsversorgung eingesetzt wird,
sondern wie sie so gestaltet werden kann, dass Patient:innen,
Psychotherapeut:innen und die Gesellschaft davon profitieren.
Zwtl.: Markus Böckle: Digitalisierung braucht psychotherapeutische
Expertise
Mag. Mag. Dr. Markus Böckle , MSc, Präsidiumsmitglied des
Österreichischen Bundesverbandes für Psychotherapie (ÖBVP) , Leiter
des Departments Forschung & Wissenschaft im ÖBVP sowie
Psychotherapeut, beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Chancen
und Herausforderungen digitaler Entwicklungen für die Psychotherapie.
„ Künstliche Intelligenz kann psychotherapeutische Versorgung
sinnvoll unterstützen. Gleichzeitig braucht es klare
Qualitätsstandards, Datenschutz und die aktive Einbindung
psychotherapeutischer Expertise. Die Frage ist nicht, ob KI kommt,
sondern wie wir sie verantwortungsvoll gestalten. “
Zwtl.: Michael Kögler: Versorgung und Zugänglichkeit im Blick
behalten
Mag. Michael Kögler , MSc, Vorsitzender des Vorarlberger
Landesverbandes für Psychotherapie (VLP) , Psychotherapeut und
Unternehmensberater, beleuchtet die Auswirkungen digitaler
Technologien auf die Versorgungspraxis.
„ Digitale Technologien können den Zugang zu Unterstützung
erleichtern und neue Wege in der Versorgung eröffnen. Gleichzeitig
müssen wir sicherstellen, dass Menschen auch künftig
qualitätsgesicherte psychotherapeutische Behandlung und persönliche
Begleitung erhalten .“
Zwtl.: Ueli Kramer: Forschung statt Technik-Euphorie
Prof. Dr. Ueli Kramer , Professor für Psychiatrie und
Psychotherapie, Psychotherapieforscher und klinischer Psychotherapeut
an der Universität Lausanne, Schweiz, forscht zu Wirkmechanismen
psychotherapeutischer Prozesse und deren wissenschaftlicher
Evaluation.
„ Die Diskussion über KI sollte weder von Euphorie noch von Angst
bestimmt werden. Entscheidend ist die wissenschaftliche Frage, welche
Anwendungen tatsächlich einen Nutzen für Patientinnen und Patienten
bringen und welche Versprechen kritisch geprüft werden müssen .“
Zwtl.: Katharina Kubera: Sicherheit und Verantwortung im Mittelpunkt
Prof. Dr. Katharina Kubera , MSc, geschäftsführende Oberärztin an
der Klinik für Allgemeine Psychiatrie des Universitätsklinikums
Heidelberg sowie Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie,
bringt die psychiatrische und medizinische Perspektive in die
Diskussion ein.
„ Digitale Technologien können die psychische
Gesundheitsversorgung bereichern. Gerade bei psychischen Erkrankungen
müssen jedoch Sicherheit, Transparenz und die Wahrung menschlicher
Verantwortung oberste Priorität haben. “
Zwtl.: Dialog über die Zukunft psychischer Gesundheitsversorgung
Die Fachtagung bringt internationale Expert:innen aus
Psychotherapie, Psychiatrie, Philosophie, Ethik und KI-Forschung
zusammen. Ziel ist es, aktuelle Entwicklungen wissenschaftlich
einzuordnen und Orientierung für Fachpersonen, Medien, Politik und
Öffentlichkeit zu schaffen.
Die Veranstalter:innen sehen die kommenden Jahre als entscheidend
für die Gestaltung digitaler Innovationen im Gesundheitsbereich. Die
Herausforderung besteht darin, technologische Möglichkeiten mit
wissenschaftlicher Evidenz, ethischer Verantwortung und der Bedeutung
menschlicher Beziehungen zu verbinden.





