Wien (OTS) – Bei der dritten großen eFuel-Konferenz Klimaschutz durch
Kraftstoffe
diskutierten internationale Expert:innen, Politiker:innen und
Industrievertreter:innen über die Rolle synthetischer Kraftstoffe für
Klimaschutz, Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit. Ein
zentrales Ergebnis des sektorübergreifenden wissenschaftlichen
Diskurses: E-Fuels müssen als gleichwertige Option neben der
Elektromobilität anerkannt werden. Erstmals wurde auch ausgesprochen,
dass die europäischen Streitkräfte im Krisenfall auf eine unabhängige
Kraftstoffversorgung angewiesen sind.
Bereits in der Eröffnungs-Keynote stellte Porsche Consulting
klar: Trotz massiver Förderung der E-Mobilität werde auch im Jahr
2040 noch rund 55 Prozent des heutigen Bedarfs an flüssigem
Kraftstoff bestehen. Selbst dann seien 37 Prozent aller Pkw, 62
Prozent der Lkw und Busse sowie nahezu alle Flugzeuge und Schiffe
weiterhin auf Verbrennungsmotoren angewiesen. „Damit sind E-Fuels
unverzichtbar, um weltweit signifikante CO₂-Reduktionen zu erzielen“,
betonte Corentin Prié, Manager bei Porsche Consulting.
Produktionskosten von 1,25 Euro pro Liter seien bei industrieller
Skalierung realistisch.
Shena Britzen, Leiterin des Wasserstoffprogramms bei Rheinmetall,
sieht in synthetischen Kraftstoffen „eine strategische
Notwendigkeit“. Sie verweist darauf, dass in Krisen- oder
Kriegsfällen das bestehende Stromnetz und die Ölimporte sehr
verletzlich seien. Sie nennt die Produktion von synthetischen
Treibstoffen über dezentrale Anlagen als wichtige Möglichkeit, die
Versorgungssicherheit zu erhöhen und auch militärische und kritische
Infrastruktur resilienter zu machen.
Bernhard Seyringer, AFUSS Consulting/AIEF stellte fest, dass die
Innovationsgeschwindigkeit in der EU viel zu langsam sei. „China und
die EU betreiben Planwirtschaft, aber China kann es besser.“ China
werde Europa in allen Teilen des Automobilmarkts überflügeln, auch
bei den Verbrennermotoren und Treibstoffen, wenn die EU nicht vom
Verbrennerverbot abrückt.
Zwtl.: Politisches Momentum für Technologieoffenheit
Die Konferenz fand zeitgleich mit einem Schulterschluss zwischen
Österreich und Deutschland statt: Die Wirtschaftsminister dieser
Länder sprachen sich klar für Technologieoffenheit und die
Anerkennung CO₂-neutraler Kraftstoffe im Rahmen der EU-Flottenziele
aus.
Jochen Danninger, Generalsekretär der Wirtschaftskammer
Österreich, betonte: „Für den Standort Österreich ist die
Energiewende nicht nur eine ökologische, sondern eine wirtschaftliche
Frage. E-Fuels schaffen Wertschöpfung, sichern Arbeitsplätze und
eröffnen Exportchancen in einem globalen Milliardenmarkt. Wenn wir
als Industrienation wettbewerbsfähig bleiben wollen, müssen wir auf
Technologieoffenheit setzen – bei Treibstoffen, Motoren und
Antriebskonzepten.“ Der klimaneutrale Verbrenner ist keine
Zukunftsmusik, sondern heute schon technisch möglich.
„Europa darf sich nicht durch ideologisch motivierte Verbote
selbst schwächen. E-Fuels verbinden Klimaschutz mit Standort- und
Industriesicherung – und das ist der Schlüssel für eine erfolgreiche
Transformation“, so Jürgen Roth, Vorstandsvorsitzender der eFuel
Alliance Österreich und Veranstalter der eKKon-Konferenz. „Wenn wir
Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Europa sichern wollen, braucht es
jetzt Investitionsanreize, internationale Partnerschaften und einen
klaren regulatorischen Rahmen. Nur mit einer verlässlichen
industriepolitischen Strategie werden die geplanten
Milliardeninvestitionen realisiert – und damit Versorgungssicherheit
und Energieunabhängigkeit garantiert.“
Auch Stephan Schwarzer, Generalsekretär der eFuel Alliance
Österreich, unterstrich die Dringlichkeit: „E-Fuels sind kein
Nischenprodukt, sondern ein zentraler Baustein für Klimaschutz,
Arbeitsplatzerhaltung und Versorgungssicherheit. Wer Klimaneutralität
ernst meint, darf sich nicht allein auf Elektromobilität verlassen.
Wir brauchen Technologievielfalt – und die Politik muss jetzt die
regulatorischen Rahmenbedingungen schaffen, damit E-Fuels ihr volles
Potenzial entfalten können.“
Zwtl.: Klimaschutz braucht Vielfalt
Die Konferenz mit dem Motto „Klimaschutz durch Kraftstoffe“
zeigte klar: Ein reines Verbrenner-Aus greift zu kurz. Um die
Klimaziele zu erreichen, braucht es ein Zusammenspiel aus
Elektromobilität, E-Fuels und Wasserstoff. Alle drei müssen endlich
hochgefahren werden, Technologieverbote kosten Tempo und Geld. Nur
mit Technologieoffenheit, Lebenszyklusbetrachtung und entschlossenen
politischen Weichenstellungen kann Europa eine führende Rolle in der
Energiewende einnehmen.





