Koza/Grüne: „Mit Abschaffung der Zuverdienstmöglichkeit bei Arbeitslosigkeit droht Anstieg der Armutsgefährdung“

Wien (OTS) – „Die weitgehende Abschaffung der
Zuverdienstmöglichkeiten bei
Arbeitslosigkeit droht nicht nur die Armutsgefährdung zu erhöhen. Es
wird auch Menschen in Arbeitslosigkeit – vor allem Menschen, die
bereits länger arbeitslos sind – jener ‚Fuß in der Arbeitswelt‘
genommen, der oft zurück ins Erwerbsleben geführt hat“, erneuert
Markus Koza, Arbeits- und Sozialsprecher der Grünen, seine Kritik an
dieser Maßnahme. „Gerade in Zeiten steigender Arbeitslosigkeit wird
damit kein einziger neuer Job geschaffen, dafür aber das Leben
tausender Menschen zusätzlich erschwer, die jetzt schon kaum mehr
wissen, wie sie die steigenden Kosten für Lebensmittel, Energie und
Wohnen bewältigen können.“

Dazu komme, dass die Maßnahme vollkommen unverhältnismäßig sei.
„Der immer wieder vermittelte Eindruck, dass es sich beim Zuverdienst
um ein Massenphänomen handeln würde, entbehrt jeglicher Grundlage:
Wenn gerade einmal 9,5 Prozent der Arbeitslosen geringfügig
dazuverdienen, dann kann wohl nicht von einem schwerwiegenden
arbeitsmarktpolitischen Problem gesprochen werden“, meint Koza.

Vielmehr sei die Abschaffung des Zuverdienstes bei Arbeitslosen
einmal mehr ein Zeichen dafür, dass weniger bei jenen mit den breiten
Schultern, als vielmehr bei jenen mit den schmalsten Geldbörsen
gespart werde. „Kürzungen bei Arbeitslosen und Armutsgefährdeten
sanieren kein Budget, sondern verursachen nur neue soziale Härten.
Sozial gerechtes und intelligentes Sparen sieht jedenfalls anders
aus. Wir warten immer noch auf den fairen Beitrag von Millionenerben,
Stiftungsmilliardären und Luxuspensionisten“, hält Koza fest.