Wien (OTS) – Clarissa Stadler präsentiert den „kulturMontag“ am 16.
Februar 2026,
um 22.30 Uhr in ORF 2, der zunächst auf die soeben gestarteten
Internationalen Filmfestspiele Berlin blickt, wo österreichisches
Filmschaffen heuer mit zwölf Produktionen – zwei davon im Wettbewerb
– ein Rekordjahr zu bejubeln hat. Weites befasst sich die Sendung u.
a. mit der Uraufführung von Shelly Kupferbergs Bestseller „Isidor –
Ein jüdisches Leben“ im Akademietheater – die Autorin ist auch live
zu Gast – oder der Rettung ukrainischer Kunstschätze vor der
Zerstörung durch den Krieg, die u. a. im Mittelpunkt eines
dokumentarischen Fotoprojekts des italienischen Fotografen,
Kameramanns und Fernsehproduzenten Luca Faccio steht. Anschließend an
das Magazin ist die Dokumentation „Licht.Macht.Kunst“ (23.15 Uhr) von
Martin Vogg zu sehen.
Bären-Jagd – Österreichs Rekordjahr bei der Berlinale
So viele Filme aus Österreich wie noch nie sind heuer bei den 76.
Internationalen Filmfestspielen in Berlin dabei – mit zwölf
heimischen Produktionen gar eine Rekordbeteiligung! Gleich zwei davon
– mit ORF-Beteiligung im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens entstanden
– gehen im Hauptwettbewerb ins Rennen um den Goldenen Bären. Die Rede
ist von Markus Schleinzers Drama „Rose“ mit Sandra Hüller, das im
Dreißigjährigen Krieg angesiedelt ist, sowie vom semidokumentarischen
Film „The Loneliest Man in Town“ über den Musiker Al Cook von Tizza
Covi und Rainer Frimmel. So erfolgreich allerdings die Präsenz des
heimischen Films auf dem internationalen Parkett, so ungewiss ist die
finanzielle Situation der Filmschaffenden in Österreich. Einsparungen
bei den Fördermitteln lassen Rufe erstarken nach einer
Investitionsverpflichtung für Streaming-Anbieter in rot-weiß-rote
Produktionen, wie sie etwa in Deutschland schon auf den Weg gebracht
wurde. Als Hoffnungsschimmer betrachtet die heimische Filmwirtschaft,
dass österreichische Politiker wie Kulturminister Andreas Babler (SPÖ
) oder der für Auslandskultur zuständige Staatssekretär Sepp
Schellhorn (NEOS) zur Berlinale reisen werden. Ob Berliner Luft und
Starglamour – von Amy Adams, Vielleicht-Bond Callum Turner, Charli
xcx bis Isabelle Huppert, die in Ulrike Ottingers ebenfalls vom ORF
im Rahmen des Film/Fernseh-Abkommens kofinanzierter Wiener
Horrorkomödie „Blutgräfin“ zu sehen sein wird – wohl Bewegung in die
Filmfinanzierung bringen? Der „kulturMontag“ trifft internationale
und nationale Filmstars zum Interview.
Der Dandy und die Nazis – Kupferberg-Bestseller „Isidor – Ein
jüdische Leben“ im Akademietheater
Isidor Geller, Kommerzialrat, Opernfan, Frauenfreund, Salonlöwe
der Wiener Gesellschaft der 1920er und 1930er Jahre: Wie viele seiner
Zeitgenossen stammte er aus einem galizischen Schtetl, machte in Wien
Karriere. 1938 wurde er von den Nazis seines beträchtlichen Vermögens
beraubt und gebrochen. Ein jüdisches Leben, wie es für viele weniger
prominente und vergessene Schicksale steht. Nun wird diese wahre
Geschichte in der Regie von Philipp Stölzl im Akademietheater
uraufgeführt. Der israelisch-deutschen Journalistin und Autorin
Shelly Kupferberg ist mit der Recherche ihrer Familiengeschichte und
der Erzählung vom Leben ihres Urgroßonkels Isidor 2022 ein Bestseller
gelungen. Anschließend an eine Lesung aus ihrem Werk im
Akademietheater ist sie live zu Gast im „kulturMontag“-Studio.
Kunst trotzt Krieg – Wie Kunstschaffende die ukrainische Kultur
retten
Was hat Metallicas Ballade „Nothing Else Matters“ mit dem Krieg
in der Ukraine zu tun? Der Hit wurde in der Version des ukrainischen
Musikers Taras Stolyar zu so etwas wie einer Kriegshymne in der
Ukraine, als YouTube-Hit zu einem Durchhaltesong für die kämpfenden
Truppen. Stolyar ist Mitglied des ukrainischen Militärorchesters
Cultural Forces, das auch für die Truppenbetreuung sorgt – zur Hebung
der Moral an der Front. Dort, in der umkämpften Region um Charkiw,
befindet sich auch der renommierte ukrainische Autor Serhij Schadan,
der im vergangenen Jahr mit dem Österreichischen Staatspreis für
Europäische Literatur ausgezeichnet wurde. Er dient seit 2024 in der
ukrainischen Nationalgarde. Sie und andere ukrainische
Kulturschaffende hat der in Wien lebende italienische Fotograf und
Dokumentarist Luca Faccio mit der Kamera begleitet – in
Luftschutzkellern und militärischen Spezialeinheiten, beim
Musizieren, aber auch bei Rettungseinsätzen für die von Zerstörung
bedrohten Kulturgüter des Landes. Denn von der großen Bedeutung von
Kunst und Kultur gerade in Kriegszeiten sind nicht nur die
Künstler:innen, die Soldatinnen und Soldaten, die Faccio getroffen
hat, überzeugt. Die Ukrainer:innen wissen aus eigener bitterer
Erfahrung: Wer ein Land vollends zerstören will, muss seine Kultur
zerstören.
Dokumentation „Licht.Macht.Kunst“ (23.15 Uhr)
Mit der aktuellen Energiekrise wird allgemein ersichtlich, wie
sehr Licht unmittelbar mit Wohlstand verbunden ist. Plötzlich muss
man es sich leisten können, die Beleuchtung in der Wohnung brennen zu
lassen oder Auslagen und Gebäude nächtens anzustrahlen. Vom Weltall
aus kann man auf der nächtlichen Erdhalbkugel den Wohlstand in den
jeweils hell leuchtenden Regionen an der Lichtintensität ablesen.
Ganz bewusst wird die Macht des Lichts seit jeher auch bei
religiösen, politischen und künstlerischen Inszenierungen genutzt.
Über die Lichtsetzung wird stets darüber entschieden, worauf die
Aufmerksamkeit der Menschen gelenkt wird – und was im Dunkeln bleiben
soll. Mit dem Einsatz von künstlichem Licht wurde nicht nur die Macht
von Adel und Kirche inszeniert, auch im Theater wurde dieses schon
früh als inszenatorisches Mittel eingesetzt. Mit dem Aufkommen der
Fotografie und des Films rückte das Licht auch abseits der
Theaterhäuser ins Zentrum des künstlerischen Schaffens. Und wie in
Schlössern und Sakralräumen, diente Beleuchtung auch in der Kunst zur
Überhöhung des Alltäglichen – so war das Setzen von künstlichem Licht
ein wesentlicher Faktor für die Macht der Bilder des 20.
Jahrhunderts. In seiner erhellenden Doku beleuchtet Regisseur Martin
Vogg die Zusammenhänge von Kunst, Macht und Licht.





