St. Pölten (OTS) – „Wenn es schnell gehen muss, bleibt oft keine Zeit
für gründliche
Recherche. Genau das machen sich einige wenige schwarze Schafe in der
Notdienst-Branche zunutze“, erklärt Konsumentenschutz-Landesrat
Susanne Rosenkranz.
Gemeinsam mit Isabella Mittelstrasser vom Verein Pro Konsument
informierte Rosenkranz über illegale Praktiken bei Schlüsseldiensten
und anderen Dienstleistern, welche die Notlage von Menschen
ausnutzen: „Besonders tückisch ist, dass die Abzocke oft schon bei
der Online-Suche beginnt. In akuten Notsituationen wie einem
Heizungsausfall, Wasser- oder Fassadenschaden oder einer zugefallenen
Tür handeln viele Menschen verständlicherweise unter Zeitdruck. Genau
diese Situationen nutzen unseriöse Anbieter gezielt aus. Die Folgen
sind bekannt: Überteuerte Anfahrtskosten, unnötige Zusatzarbeiten,
massiver Druck zur sofortigen Barzahlung und Rechnungen in Höhe von
mehreren hundert oder sogar tausend Euro für einfache Leistungen.“
Die Konsumentenschutz-Landesrätin warnt daher vor diesen
Praktiken und ruft zu mehr Vorsicht und Vorbereitung auf. Viele
greifen in der Not zum Smartphone und wählen den erstbesten Anbieter:
„Die obersten Suchergebnisse sind häufig bezahlte Anzeigen. Das ist
kein Qualitätsmerkmal, wird aber in der Stresssituation oft so
wahrgenommen.“ Hinter professionellen Webseiten und scheinbar
regionalen Angeboten stehen nicht selten überregionale Callcenter
oder Vermittlungsplattformen, die mit überhöhten Preisen arbeiten.
„Wer unter Druck gesetzt wird, sofort bar zu bezahlen, sollte
besonders misstrauisch sein. Das ist ein deutliches Warnsignal“, so
Rosenkranz.
„Speichern Sie sich seriöse, regionale Notdienste in Ihrem Handy
ab. Wer vorbereitet ist, kann im Ernstfall ruhig bleiben und muss
keine überstürzten Entscheidungen treffen. Prüfen Sie zudem, ob die
Anbieter für ein vollständiges Impressum, eine reale Adresse
verfügen.“ empfiehlt Isabella Mittelstrasser. Ebenso wichtig sei es,
wenn möglich zu prüfen, ob es sich tatsächlich um einen akuten
Notfall handelt oder ob eine Reparatur auch bis zum nächsten Werktag
warten kann. Preise sollten jedenfalls vorab telefonisch geklärt
werden, inklusive aller Zuschläge und Nebenkosten.
Rosenkranz empfiehlt, sich nicht zu einer sofortigen Barzahlung
drängen zu lassen. „Im Zweifel sollte man lieber einmal mehr
nachfragen oder Hilfe holen, als vorschnell zu zahlen. Mir ist
wichtig zu betonen: Es gibt sehr viele seriöse Betriebe, die
zuverlässig und fair arbeiten. Aber vor den unseriösen Anbietern
müssen wir die Menschen schützen,“ betont sie abschließend.





