ÖH ad Studierendensozialerhebung: 5€-Mensa-Menü kommt, Verbesserungen bei Studienbeihilfe gefordert

Wien (OTS) – Soeben präsentierte das Bundesministerium für Frauen,
Wissenschaft
und Forschung in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der
Österreichischen Hochschüler_innenschaft die Zahlen der Studierenden-
Sozialerhebung 2025.

Die Studierenden-Sozialerhebung legt alle zwei Jahre die soziale
Lage der Studierenden dar und zeigt auch dieses Jahr wieder große
Problemstellen auf: Zu den größten Baustellen zählen die finanzielle
Lage, die Wohnsituation und die psychische Gesundheit der
Studierenden. Genau dort setzt die Österreichische
Hochschüler_innenschaft an.

Die wichtigsten Zahlen der diesjährigen SOLA:

Studierende arbeiten im Durchschnitt 20,2 Stunden pro Woche,
dabei sinkt bereits ab einem Ausmaß von 11 Wochenstunden der
Studienerfolg. Für eine Mehrheit ist das Arbeiten während dem Studium
eine Notwendigkeit und kein freiwillige Tätigkeit. Die Wohnkosten
sind seit 2015 um 51 % gestiegen – das stellt eine enorme finanzielle
Belastung dar. Studierende geben überdurchschnittlich viel ihres
Einkommens für Wohnen aus – von jedem Zehner gehen 4 Euro fürs Wohnen
drauf (38%).

Bildung wird in Österreich vererbt

54 % aller Studierenden sind sogenannte First-Generation-Students
– im Vergleich zur Gesamtbevölkerung weiterhin eine starke
Verzerrung. Der Bildungsstand der Eltern ist und bleibt maßgeblich
für den eigenen Bildungsstand verantwortlich. „ Wir müssen uns
bewusst sein, dass Studieren für viele Menschen weiterhin ein
Wunschtraum bleibt ,“ mahnte Selina Wienerroither aus dem ÖH-Vorsitz
bei der Pressekonferenz.

Handlungsbedarf bei Beihilfen

Da die Einkommensgrenze der Eltern nicht valorisiert wird, sind
immer weniger Studierende anspruchsberechtigt: Die Bezieher_innen der
Familienbeihilfe sind auf 39,7 % gesunken, bei der konventionellen
Studienbeihilfe auf 11,1 %. Die ÖH kritisiert zudem weiterhin, dass
die Familienbeihilfe 2026 nicht mehr valorisiert wird, was eine
weitere soziale Belastung für viele Studierende darstellt. Dabei sind
23 % der Studierenden (erheblich) materiell und sozial benachteiligt
– 25 % geben an, (sehr) stark von finanziellen Schwierigkeiten
betroffen zu sein. Bei der Studienbeihilfe beträgt die
durchschnittliche Förderhöhe 684 Ꞓ, was weiter deutlich unter der
Armutsgefährdungsgrenze von 1661Ꞓ liegt. Die ÖH fordert hier eine
Erhöhung sowie die automatische Antragstellung, damit mehr
Studierende von der Leistung profitieren.

„Rund 6 von 10 Studierenden leben mit ihrem Einkommen unter der
Armutsgefährdungsgrenze. Gleichzeitig schrumpft der Anteil der
Studienbeihilfebezieher_innen – hier braucht es eine Trendwende. An
einer Erhöhung der Studienbeihilfe und der automatischen
Antragstellung führen für uns langfristig kein Weg vorbei,“ so
Viktoria Kudrna aus dem ÖH-Vorsitz.

„ Hinter jedem Witz darüber, dass Studierende sich gegen
Monatsende nur mehr Nudeln mit Pesto leisten können, steckt eine
harte Realität: Studierendenarmut ist ein Dauerzustand, der zu oft
auf die leichte Schulter genommen wird. ”, fasste es Selina
Wienerroither bei der Pressekonferenz zusammen.

Ebenfalls erschreckend: 46 % der Studierenden haben ein (stark)
eingeschränktes Wohlbefinden. Diese Zahl ist ein klares Alarmsignal
und ein Auftrag an die Politik, endlich Maßnahmen zur Entlastung der
Studierenden zu ergreifen.

Forderungen der Österreichischen Hochschüler_innenschaft in
Hinblick auf die SOLA 2025

Die Österreichische Hochschüler_innenschaft nutzte die
Pressekonferenz auch, um ihre zentralen Forderungen klar zu
präsentieren. Das bedeutet für die bundesweite Studierendenvertretung
insbesondere die Erhöhung der Studienbeihilfe in Verbindung mit einer
automatischen Antragstellung , damit hier keine bezugsberechtigte
Person vergessen wird. Auch die Ausfinanzierung der Wohnheimförderung
im Budget ist ein Kernanliegen, um die Wohnsituation für viele
Studierende zu verbessern.

Großer Erfolg: Das 5Ꞓ-Mensa-Menü kommt!

Ein günstiges, gutes Mittagessen an jeder Hochschule ist nicht
nur eine lang bestehende Forderung der ÖH, sondern auch eine wichtige
Drehschraube um Studierende finanziell zu entlasten und einen Ort des
Zusammenkommens am Campus zu schaffen. Umso mehr erfreut zeigt sich
die Österreichische Hochschüler_innenschaft über die Ankündigung des
flächendeckenden 5Ꞓ-Mensa-Menüs während der heutigen Pressekonferenz:

„ Die Schaffung eines günstigen Mensa-Menüs ist ein gutes Zeichen
für alle Studierenden in Österreich. Hier hat sich die Hartnäckigkeit
der ÖH klar ausgezahlt! ” , so Umut Ovat (ÖH-Vorsitz)