Pany/Akcay (SPÖ): Sprachförderung muss endlich als Mehrsprachigkeitsförderung verstanden werden.

Wien (OTS) – „Gute Sprachförderung lebt von einem positiven,
ermutigenden Umfeld,
das in den Alltag der Kinder integriert ist und niemanden
zurücklässt“, eröffnet Astrid Pany, SPÖ- Bildungssprecherin und
Landtagsabgeordnete, ihre Rede der heutigen ‚Aktuellen Stunde‘ der
Landtagssitzung. „Dazu braucht es eine inklusive Lernumgebung, die
alle Kinder gleichermaßen einbezieht und sie in ihrer sprachlichen
Entwicklung stärkt.“

Entscheidend sei dabei laut Pany, dass die Schulen die nötige
Autonomie erhalten, um Sprachförderung individuell und bestmöglich
umzusetzen: „Die Pädagog*innen vor Ort wissen am besten, wie sie es
umsetzen. Dafür benötigen sie ausreichend Ressourcen, gut
ausgebildete Lehrkräfte mit diagnostischen Kompetenzen und ein tiefes
Verständnis für sprachliche Entwicklungsprozesse.“

Als wesentlichen Fortschritt betont die SPÖ-Bildungssprecherin,
dass Deutsch als Zweitsprache endlich fix in den neuen Curricula
verankert wurde. „Das ist ein großer Schritt, der langfristig wirken
wird. Dazu kommen in diesem Schuljahr 747 zusätzliche Planstellen,
die den Schulen Planungssicherheit geben.“ Als ebenso wichtig erwähnt
sie die Aufhebung der Deckelung beim Deutschförderbedarf.

Für Pany ist klar – Sprachförderung darf sich nicht allein auf
die deutsche Sprache konzentrieren: „Die Wertschätzung der
Erstsprache jedes Kindes ist unverzichtbar. Ganz gleich, welche
Sprache ein Kind spricht. Sie ist eine Ressource, die wir fördern
müssen. Sprachwissenschaftlich ist belegt, dass ein guter
Erstspracherwerb den Erwerb weiterer Sprachen erleichtert. Jede
Sprache ist gleich viel wert. So wie jedes Kind gleich viel wert
ist.“

Mehrsprachigkeit ist eine Stärke

„Sprache ist weitaus mehr als nur ein Kommunikationsmittel – sie
ist der Schlüssel, der Türen öffnet: zu Bildung, zu Teilhabe und
damit auch zu Chancengleichheit in unserer Gesellschaft“, betont SPÖ-
Integrationssprecherin und Landtagsabgeordnete Safak Akcay. Wer die
gemeinsame Sprache gut beherrscht, hat nachweislich bessere
Möglichkeiten in der Schule, im Beruf und im gesellschaftlichen
Leben. Wer sie nicht ausreichend spricht, läuft Gefahr,
ausgeschlossen zu werden. „Im Regierungsabkommen setzen wir daher auf
Sprachförderung von Anfang an – damit kein Kind zurückbleibt“, so
Akcay.

In Wien wird Sprachförderung jedoch nicht nur für Kinder, sondern
auch für Erwachsene konsequent ausgebaut: Sprachcafés,
Konversationskurse und Angebote wie „Mama lernt Deutsch“ schaffen
niederschwellige Möglichkeiten, Sprachkompetenzen zu vertiefen. Denn
Sprache sei, so Akcay, eine Brücke zur Integration. Menschen mit
Migrationsgeschichte werden dabei als Multiplikator*innen einbezogen,
fungieren als Vorbilder und unterstützen neu Zugezogene auf
Augenhöhe. „Das zeigt, wie wertvoll ihre Rolle in unserer
Gesellschaft ist.“

Besonders wichtig ist auch für Akcay die Wertschätzung der
Erstsprache: „Mehrsprachigkeit ist keine Schwäche, sondern eine
Stärke. Kinder brauchen Förderungen in beiden Sprachen – in der
Muttersprache genauso wie in Deutsch.“

Das Ziel all dieser Maßnahmen ist klar: faire Chancen für alle
Kinder und Erwachsenen in Wien. „Sprache darf keine Barriere sein,
sondern eine Brücke zu Bildung, zu Arbeit und zu einem
selbstbestimmten Leben“, schließt Akcay.