Rolf Schumann von Schwarz-Digits im neuen DUP-Podcast: „Daten sind das neue Öl – und Europa ist das neue Texas“

Neckarsulm/Hamburg (OTS) – Rolf Schumann fordert im Interview mit DUP
UNTERNEHMER ein neues
Selbstbewusstsein: „Data is the new code für Wohlstand“, sagt er.
Denn Künstliche Intelligenz (KI) sei längst Realität – und Europa
sitze auf einem Datenschatz, der die Basis für Wohlstand und
Souveränität sein könnte. Der Co-CEO von Schwarz Digits ist sich
sicher: Wer Daten klug nutzt, könne Freiheit, Unabhängigkeit und
Zukunftssicherheit erreichen. Aber Schumann warnt auch vor blinder
Abhängigkeit von Anbietern großer Modelle und ruft zu mehr Mut und
Werten im Umgang mit Technologie auf.

„Künstliche Intelligenz ist gesetzt. Der Treibstoff von KI sind
Daten – und davon haben wir in Europa enorm viel. In unseren
Unternehmen steckt ein riesiger Datenschatz. Daraus entsteht Erfolg
und Wohlstand“, sagt Schumann im Podcast DUP Business Talk. Daten
seien das neue Öl und „Europa ist das neue Texas“ so sein Fazit. Im
neuen Podcast des Wirtschaftsmagazins DUP UNTERNEHMER entwirft der
Spitzenmanager ein entschieden optimistisches Bild der europäischen
Zukunft in Zeiten von Künstlicher Intelligenz. Für ihn steht fest:
„KI ist längst Realität, keine Vision.“ Sie sei die mächtigste
Technologie unserer Zeit – und Europa besitze mit Talent, Wissen und
Daten alle Voraussetzungen, sie aktiv gestalten zu können.

Europa müsse erkennen, dass es mit seinem gigantischen
Binnenmarkt, seiner Ausbildungskompetenz und seiner technischen
Expertise die stärkste Ausgangsposition der Welt besitzt. Schumann:
„Wir sind größer als die Nummer eins der globalen Wirtschaft – das
sollten wir endlich nutzen.“ Dabei sei entscheidend, nicht in
Überregulierung zu verfallen, sondern in Infrastruktur und
Rahmenbedingungen zu investieren. „Die Politik weiß genau, dass es
dafür jetzt die richtigen Voraussetzungen braucht. Wir brauchen keine
Pläne – wir brauchen Mut zu handeln“, sagt der Co-CEO von Schwarz
Digits.

Schumann plädiert für ein neues Verständnis von Arbeit und
Verantwortung. KI werde die Arbeitswelt verändern, aber keine Jobs
vernichten. „Jede Tätigkeit wird durch KI auf ein neues Niveau
gehoben. Die Standardarbeit verschwindet. Und jeder hat die Chance,
sich selbst neu zu erfinden. Das gilt für Akademiker wie für
Handwerker. Entscheidend ist, ob man seinen Job gut macht – dann hat
man immer eine Perspektive.“ Besonders im Dienstleistungssektor sieht
Schumann enormes Wachstumspotenzial: „In Deutschland gibt es großes
Potenzial im Service-Bereich. Genau dort liegen unsere Chancen. Denn
KI schafft Kapazität, Menschen liefern den Mehrwert.“

Gleichzeitig mahnt er im DUP-Podcast an, dass Künstliche
Intelligenz kein Ersatz für menschliches Denken sein dürfe. „Ich
würde mir wünschen, dass Menschen sich wieder mehr Zeit nehmen, um
nachzudenken. KI hilft uns, Informationen zu sortieren, damit wir am
Ende nach unseren eigenen Werten entscheiden.“ Sie könne die
Gesellschaft sogar auf ein neues, wertebasiertes Fundament stellen.
„Wenn ich mir anschaue, dass viele vier Stunden lang Nachrichten
durchscrollen, von denen nur zwanzig Prozent relevant sind, kann mir
KI helfen, Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Dann habe ich drei
Stunden gewonnen, um mich mit den Kernfragen zu beschäftigen. KI
schenkt mir Zeit“, so Schumann.

Auch die europäische Unternehmenskultur müsse sich wandeln. „Die
Deutschen wenden die meiste Energie dafür auf, um Veränderung zu
verhindern und zu verharren. Wenn sie aber verstanden haben, dass die
Veränderung nicht mehr aufzuhalten ist, setzen sie noch mehr Energie
daran, sich an die Spitze zu setzen – dann sind wir nicht mehr zu
stoppen.“ Veränderung sei für ihn eine Frage der Haltung. Schumann:
„Jeder mag Veränderung, wenn sie woanders stattfindet. Wir müssen sie
aber selbst annehmen und positiv gestalten. KI ist weder gut noch
schlecht – es kommt darauf an, was wir daraus machen.“

Schumann sieht in Daten den Schlüssel zu Wohlstand und
Souveränität. „Daten sind das Öl des 21. Jahrhunderts. Wir haben noch
lange nicht das Potenzial gehoben, das in unseren Daten steckt. Daten
wachsen nach – alle zwei Jahre entstehen neunzig Prozent neue Daten.
Sie sind ein natürlicher Rohstoff, der durch unser Handeln permanent
neu entsteht.“ Sein Appell: Europa müsse lernen, diese Ressource
selbst zu veredeln. „Data is the new code. Wer Daten klug raffiniert,
schafft Prosperität und Wohlstand.“

Kritisch äußert sich Schumann zu US-amerikanischen KI-Modellen.
„Es gibt Systeme, die haben einen gewissen Bias. Entscheidend ist,
dass wir in Europa unsere eigenen Werte einbringen und auf
Transparenz und Nachvollziehbarkeit setzen.“ Statt blindem Vertrauen
in globale Tech-Konzerne fordert er mehr europäische Souveränität.
„Wir tragen Verantwortung für Hunderttausende Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter und ein großes Ökosystem. Wenn wir uns in eine
Abhängigkeit von Hyperscalern begeben, die uns faktisch erpressen,
müssen wir handeln. Die Alternative liegt in unserem eigenen Talent
und unserer Technologiekompetenz.“

Schumann sieht in der digitalen Unabhängigkeit eine Frage des
europäischen Selbstverständnisses. „Souveränität bedeutet für mich,
jederzeit vom Verhandlungstisch aufstehen zu können, ohne einen
Nachteil zu haben. Wir müssen die digitale Souveränität zurückholen.
Europa hat alles, was es braucht – Talent, Wissen, Kapital und
Werte.“

Trotz aller Herausforderungen blickt Schumann mit Zuversicht nach
vorn. „Wir haben eine erfolgreiche Zukunft vor uns. Ich glaube an
Deutschland, an Europa, an unsere Werte und an unseren Mut. Wir
dürfen nicht vergessen: Wir haben den größten Binnenmarkt der Welt
und die besten Ingenieure, Forscher und Unternehmer. Wenn wir dieses
Potenzial mit Mut und Unternehmertum verbinden, werden wir die KI-
Zukunft gestalten – nicht nur nutzen.“

Den Podcast hören Sie in voller Länge hier: