Wien (OTS) – Ein Rundgang durch die onkologischen Stationen im St.
Anna
Kinderspital macht betroffen. Jeden Tag kämpfen hier Kinder ums
Überleben. Anstatt mit ihren Eltern die ersten Schritte ins Leben zu
machen, mit ihren Freund:innen zu spielen oder sich in ihren
Peergroups zu bewegen, sind für sie Krankenbetten, medizinische
Therapien und deren Nebenwirkungen der Alltag – denn sie kämpfen
gegen den Krebs. „In Österreich erhalten jedes Jahr 250 bis 300
Kinder und Jugendliche die lebensbedrohliche Diagnose Krebs“, erklärt
Univ.-Prof. OA Dr. Andishe Attarbaschi, Co-Direktor des St. Anna
Kinderspitals vor dem Welt-Kinderkrebstag am Sonntag, dem 15.
Februar. „In 45 Prozent der Fälle werden akute Leukämien – sprich
Blutkrebs – oder hochmaligne Lymphome – Lymphdrüsenkrebs –
diagnostiziert. Die Prognosen bei diesen häufigen Krebsformen haben
sich in den letzten Jahrzehnten enorm verbessert. Je nach Unterart
liegt die Heilungsrate heute bei 85 bis 95 Prozent. Die supportive
Therapie mit Blutprodukten ist ein wesentlicher Faktor für den
Behandlungserfolg – nur deren Vorhandensein erlaubt uns,
hochintensive Chemotherapien oder Knochenmarkstransplantationen
durchzuführen, die stets mit einer Blutarmut einhergehen.“
Blutprodukte als entscheidender Faktor in der Krebstherapie
„Für erfolgreiche Krebstherapien sind oft viele Blutkonserven
notwendig“, so Dr. Ursula Kreil, Transfusionsmedizinerin und
stellvertretende medizinische Leiterin der Blutspendezentrale für
Wien, Niederösterreich und das Burgenland beim Österreichischen Roten
Kreuz. „Aus dem gespendeten Blut können darüber hinaus viele weitere
Blutprodukte gewonnen werden, die für Krebstherapien entscheidend
sind.“ Konkret liefert das Rote Kreuz pro Jahr 3.000 Blutkonserven in
Form von Erythrozytenkonzentraten und 1.500 Blutprodukte in Form von
Thrombozytenkonzentraten an das St. Anna Kinderspital. Außerdem
werden für das Krankenhaus sämtliche mit Blutkonserven verbundene
labordiagnostische Leistungen vom Roten Kreuz bereitgestellt.
93 Blutkonserven retteten das Leben von Sarah
Die 21-jährige Sarah Elmer hat ihre schwere Erkrankung nicht
zuletzt dank der Blutspenden überlebt, da nur deren Gaben die durch
die Chemotherapie verursachte Blutarmut überbrücken können. Im Alter
von 10 Jahren wurde bei ihr eine bilineare Leukämie, eine seltene Art
von Blutkrebs, diagnostiziert. Inzwischen gilt sie als geheilt. „93
Blutkonserven wurden für meine Therapie benötigt“, erinnert sie sich.
„Es war eine schwierige Zeit für mich und meine Eltern – zum Glück
war die Behandlung erfolgreich. Ich bin extrem glücklich und dankbar,
dass ich mit der Hilfe vieler Blutspenderinnen und Blutspender
geheilt werden konnte.“
Auch Sarahs Eltern erinnern sich an diese schwere Zeit mit einer
Mischung aus Angst und Erleichterung: „Es gibt nichts Schlimmeres als
eine schwere Erkrankung des eigenen Kindes. Niemand sollte so etwas
erleben müssen. Jeder Tag war erfüllt mit Angst um ihr Leben und der
Hoffnung auf eine erfolgreiche Therapie. Wir bedanken uns beim
gesamten Team des St. Anna Kinderspitals für den großen Einsatz und
das Engagement, das wir bei Sarahs Behandlung erlebt haben. Wir
appellieren an alle Menschen in Österreich: Gehen Sie zur Blutspende,
sie retten damit Leben!“
„Jeder Mensch kann in die Situation kommen, eine Blutspende zu
benötigen!“
Auch Dr. Kreil und Dr. Attarbaschi betonen: „Egal ob Kinder,
Erwachsene, Unfallopfer, chronisch kranke Menschen – wir alle können
in die Situation geraten, auf eine Blutspende angewiesen zu sein.
Blut kann nicht künstlich hergestellt werden, eine Konserve ist nur
42 Tage lang haltbar. Deswegen ist es besonders wichtig, regelmäßig
Blut zu spenden, um die Versorgung in Österreich mit diesem
lebenswichtigen Notfallmedikament zu garantieren.“
Infos über Blutspendeaktionen auf www.blut.at
Die Blutspendezentrale in Wien (Wiedner Hauptstraße 32, 1040 Wien
) hat das ganze Jahr über geöffnet, außerdem gibt es die Möglichkeit
zum Blutspenden in allen Bundesländern. Dr. Kreil: „Informieren Sie
sich auf www.blut.at über Aktionen in Ihrer Nähe. Spenden dürfen alle
Menschen zwischen 18 und 70 Jahren, die gesund sind und gewisse
gesetzliche Voraussetzungen erfüllen. Mitbringen muss man nur einen
Ausweis und ein bisschen Zeit.“
Fotos : Hier klicken
Rotkreuz-Podcast „Wie Blutspenden Leben rettet“: Hier klicken





