Wien (OTS) – In Österreich gibt es – im Unterschied zu anderen
europäischen
Ländern – bis heute kein ausreichendes fächerübergreifendes,
abgestuftes extramurales Behandlungsangebot für chronische
Schmerzpatient*innen innerhalb der Regelversorgung. Die Folge davon
sind Fehl-, Unter- und Überversorgung. Dies führt bei Patient*innen
zu Behandlungsbrüchen und langen Krankheitsverläufen, aber auch zu
hohen Kosten für das Gesundheits- und Sozialsystem . In Wien soll nun
die Schmerzversorgung durch ein neues Schmerzkompetenzzentrum in der
Region Floridsdorf und Donaustadt ausgebaut werden.
Ein entsprechender Beschluss wurde heute im Rahmen der 49.
Sitzung der Wiener Zielsteuerungskommission gefasst. Mit dem
interdisziplinären Schmerzambulatorium für die Region 21. und 22.
Bezirk steht dann in Wien bald ein weiteres Kompetenzzentrum zur
Verfügung, das Schmerz-Patient*innen eine differenzierte,
leitlinienkonforme und interdisziplinäre und multimodale Behandlung
nach dem bio-psycho-sozialen Schmerzmodell anbietet. Betroffene
sollen dadurch ein Mehr an Lebensqualität gewinnen durch weniger
Schmerzen und eine kürzere Krankheitsdauer.
Mit der Errichtung des Zentrums wird das Schmerznetzwerk in Wien
ausgebaut. Es umfasst zwei von der Landeszielsteuerung Wien
initiierte Standorte – ein Zentrum im dritten Bezirk, welches im
Oktober 2025 starten wird – in Kooperation mit dem Herz-Jesu-
Krankenhaus sowie das erwähnte Ambulatorium in Floridsdorf bzw. in
der Donaustadt. Mit dem Schmerzzentrum im UKH Meidling, das von der
AUVA und den Wiener KV-Trägern getragen wird, wird das Angebot
ergänzt. Alle Einrichtungen sind mit bestehenden Angeboten im
niedergelassenen und spitalsambulanten Bereich vernetzt. Im Rahmen
der Zielsteuerung soll auch das Schmerzangebot im ÖGK-
Gesundheitszentrum Wien-Neubau ausgebaut werden.
In den Sitzungen der Wiener Zielsteuerungskommission werden
gemeinschaftlich Projekte für die Wiener Gesundheitsversorgung
beschlossen. In dem Gremium vertreten sind Stadt Wien, die
Krankenversicherung (ÖGK, SVS, BVAEB und KFA) sowie der Bund. Im
Rahmen der 49. Sitzung der Wiener Zielsteuerungskommission, die heute
in den Räumlichkeiten des Rathauses der Stadt Wien tagte, konnte man
sich auf die Verlängerung eines bestehendes Angebot einigen.
Zwtl.: Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Tracheostoma
Seit zwei Jahren werden Kinder und Jugendliche mit einem
Tracheostoma in einer kinderärztlichen Ordination in Wien 22
versorgt. Dieses Angebot wurde in der aktuellen Sitzung bis Ende 2028
verlängert. Ein Tracheostoma ist eine künstlich geschaffene Öffnung
in der Luftröhre, die durch einen chirurgischen Eingriff entsteht.
Sie wird in der Regel angelegt, um die Atmung zu erleichtern, wenn
die normale Atmung über Mund und Nase nicht möglich ist. Neben
Schwierigkeiten beim Sprechen, Essen und Trinken, die aufgrund des
Tracheostomas entstehen, sind auch die Pflege und Vermeidung von
Infektionen wichtige Aspekte, die bei Kindern und Jugendlichen mit
Tracheostoma berücksichtigt werden müssen.
Mit der Verlängerung des Angebots können diese jungen Patient*
innen nun weiterhin optimal durch ein engagiertes Team aus Fachärzt*
innen für Kinder- und Jugendheilkunde und medizinisch-therapeutischen
sowie pflegerischen Fachkräften an einem Ort betreut werden.
Alle Informationen zur Ambulanz finden sich hier online:
www.kinderarzt.at/ordination/spezialambulanzen/tracheo-stoma-ambulanz





