Wien (OTS) – Im Europäischen Parlament in Straßburg wurde heute ein
wegweisender
Beschluss gefasst. Für schwangere EU-Abgeordnete oder junge Mütter
soll es künftig die Möglichkeit geben, während ihrer Abwesenheit eine
Stimmvertretung zu ernennen. Nach den neuen Regeln können Betroffene
ihr Stimmrecht im Plenum bis zu drei Monate vor dem voraussichtlichen
Geburtstermin und bis zu sechs Monate nach der Entbindung an ein
anderes Mitglied delegieren. Der Rat muss den Beschluss noch förmlich
annehmen und die EU-Mitgliedsstaaten müssen diesen noch ratifizieren.
Die SPÖ-Abgeordneten Evelyn Regner und Elisabeth Grossmann freuen
sich: „Keine gewählte Abgeordnete sollte jemals zwischen ihrer Stimme
und ihrem Kind wählen müssen. Der Alltag einer Europaabgeordneten
stellt junge Familien ohnehin vor große Herausforderungen – Sitzungen
in Brüssel, Abstimmungen in Straßburg und Termine im Wahlkreis. Kurz
vor und nach der Geburt ist dieses Pensum nicht erfüllbar und bisher
gibt es keine Möglichkeit sich bei Abstimmungen vertreten zu lassen.
Wenn wir jedoch wollen, dass unsere gesamte Gesellschaft in der
Politik abgebildet ist, müssen wir auch die Bedingungen dafür
schaffen. Nur wenn auch für junge Frauen die Rahmenbedingungen
kreiert werden, wird der Beruf der Politikerin für sie attraktiv. Und
nur so stellen wir sicher, dass Politik von jungen Müttern für junge
Mütter gemacht wird. Wir ermöglichen es Frauen, ihre Verpflichtungen
zu erfüllen, ohne ihre Stimme im Parlament zu verlieren. Somit
tätigen wir heute einen Quantensprung in der Stärkung der
demokratischen Repräsentation und Gleichstellung. Wir predigen nicht
nur, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Europa endlich
zur Realität werden muss, sondern schreiten mit gutem Vorbild voran.“
(Schluss) ls





