St. Pölten (OTS) – Vor 16 Jahren wurde das Projekt „Wildtiere &
Verkehr“ ins Leben
gerufen. Ziel ist es, durch die Zusammenarbeit der Jägerschaft mit
dem Straßendienst in Niederösterreich Wildwarnreflektoren entlang von
Landesstraßen anzubringen. Die Kooperationspartner – der NÖ
Straßendienst, der NÖ Jagdverband und die Land&Forst Betriebe
Österreich (LFBÖ) – ziehen eine äußerst positive Bilanz: Das
Erfolgsprojekt „Wildtiere und Verkehr – Reduktion von
verkehrsbedingtem Fallwild“ zeigt deutliche Wirkung. Auch im Jahr
2025 wurden in der Straßenmeisterei Krems wieder 7.390 optische
Wildwarnreflektoren und 330 optisch/akustische Wildwarngeräte
ausgegeben. Begleitmaßnahmen wie etwa eine höhere Mähfrequenz der
Straßenränder tragen ebenfalls zur Reduktion der Wildunfälle bei.
Jährlich verenden rund 30.000 Wildtiere auf Niederösterreichs
Straßen infolge von Wildunfällen. Das Land Niederösterreich, der NÖ
Jagdverband und die LFBÖ arbeiten kontinuierlich daran, diese Zahl zu
senken. Im Rahmen des Projekts werden im Jahr 2025 in 82 Revieren
insgesamt 7.720 Wildwarngeräte und Reflektoren sowie zusätzliche
Schutzmaßnahmen wie Duftstoffe installiert. Damit werden 89,7
Kilometer Landesstraße neu ausgestattet, während 31 Kilometer
bestehender Teststrecken ein technisches Upgrade erhalten. Insgesamt
wurden bereits 1.963 Kilometer Landesstraße – insbesondere
neuralgische Streckenabschnitte – mit Wildwarngeräten versehen. Dies
führte zu einer Reduktion der Wildunfälle um bis zu 70 Prozent.
„Nach den Montagen im Herbst sind insgesamt 516 Jagdreviere mit
knapp 140.000 Wildwarnreflektoren und 7.000 Wildwarngeräten auf einer
Länge von 1.963 Kilometern Landesstraße ausgestattet. Damit erhöhen
wir die Verkehrssicherheit in Niederösterreich maßgeblich und retten
sowohl Menschen- als auch Tierleben“, informiert Verkehrslandesrat
und LH-Stellvertreter Udo Landbauer. Landesrätin Susanne Rosenkranz
übergab kürzlich die neuen Wildwarngeräte an die Straßenmeisterei
Krems und meint: „Die Zusammenarbeit von Jägerschaft und NÖ
Straßendienst ist ein großer Erfolg für den Schutz von Mensch und
Tier. Ich danke allen Projektpartnern für ihr großartiges Engagement.
Heuer werden allein 7.390 optische Reflektoren, 330 kombinierte
Warngeräte und weitere Schutzmaßnahmen wie Duftstoffe in 27 neuen und
55 bestehenden Revieren installiert.“
Rainer Irschik, stellvertretender Straßenbaudirektor, betont
jedoch die wichtige Rolle der Verkehrsteilnehmer: „Wir appellieren an
alle Autofahrer, besonders auf Strecken durch Wälder oder entlang
landwirtschaftlicher Flächen aufmerksam zu fahren. Die Wildwarngeräte
an den weiß-schwarzen Leitpflöcken sind für alle sichtbar und ein
klares Signal, das Tempo zu reduzieren und die Straßenränder im Blick
zu behalten.“
Die Investitionskosten von 100.500 Euro sowie jährliche
Servicekosten von 7.200 Euro im Jahr 2025 werden von der Jägerschaft
sowie dem Land Niederösterreich getragen. Die Planung der Maßnahmen
und die wissenschaftliche Begleitung des Projekts erfolgen durch den
NÖ Jagdverband. Die LFBÖ übernehmen in Abstimmung mit den
Revierjägern die Umsetzung vor Ort. „Die Jäger übernehmen
Verantwortung für Wild und Lebensraum – zum Wohl der gesamten
Gesellschaft. Mit Maßnahmen gegen Wildunfälle vermeiden wir Tierleid
und senken gleichzeitig das Risiko für Autofahrer erheblich. Daher
unterstützt der NÖ Jagdverband das Projekt seit Beginn an. Die
bisherige Bilanz ist beachtlich: 1.963 Kilometer Straße wurden
ausgestattet – das entspricht in etwa der Strecke von Wien bis
Barcelona“, so Gerald Friedl, stellvertretender Landesjägermeister.
Doch damit ist es nicht getan: Neben technischen Schutzmaßnahmen
ergreifen die Jäger auch jagdwirtschaftliche und wildökologische
Maßnahmen. Nach einem Unfall kommen im Bedarfsfall speziell
ausgebildete Jagdhunde zum Einsatz, um verletzte Tiere schnell zu
versorgen und unnötiges Tierleid zu verhindern. Mit dem ORF
Niederösterreich werden Autofahrer durch TV-Spots rund um die Sendung
„NÖ Heute“ sensibilisiert. In Zusammenarbeit mit der Exekutive wird
im Rahmen des Projekts „Gemeinsam. Sicher“ eine schnellere Nachsuche
und Versorgung verletzter Tiere ermöglicht.
LFBÖ-Präsident Konrad Mylius unterstreicht: „Wir feiern nicht nur
einen bedeutenden Fortschritt für die Verkehrssicherheit, sondern
auch die erfolgreiche Zusammenarbeit aller Beteiligten über mehr als
ein Jahrzehnt. Dieses Projekt ist ein Paradebeispiel für
ganzheitliches Natur- und Lebensraummanagement.“
Projektleiter Dr. Wolfgang Steiner ergänzt:„Effektiver
Wildunfallschutz kann nur im Schulterschluss gelingen – Politik,
Verwaltung, Straßendienst, Jagd, Tierschutz, Wissenschaft und
Sponsoren müssen gemeinsam an einem Strang ziehen. Genau das haben
wir mit dem Projekt ‚Wildtiere und Verkehr Niederösterreich‘
erreicht.“
Verhalten bei drohendem Wildunfall: Sollte ein Wildtier auf die
Fahrbahn laufen, gilt: stark bremsen, Lenkrad festhalten –
keinesfalls ausweichen! Ausweichmanöver bergen hohe Risiken für
Fahrzeuginsassen und andere Verkehrsteilnehmer. Kommt es zu einem
Unfall, muss das Fahrzeug gesichert abgestellt und die Unfallstelle
abgesichert werden. Verletzte Personen sind zu versorgen, Polizei und
gegebenenfalls Rettung zu verständigen. Jeder Wildunfall – auch wenn
das Tier flüchtet – ist der Polizei zu melden. Diese informiert die
Jägerschaft, die für die Bergung zuständig ist. Das Mitnehmen des
Tieres ist verboten.
Nähere Informationen beim NÖ Straßendienst unter 0676/812-60141,
Gerhard Fichtinger, und E-Mail [email protected]





