Verborgene Schätze im NHM Wien: Fundraising-Gala zum 150. Jubiläum

Wien (OTS) – Die heurige Fundraising-Gala am 21. Oktober 2025 stand
ganz unter
dem Motto 150 Jahre Naturhistorisches Museum Wien. Denn am 29. April
1876 wurde von Kaiser Franz Joseph das Gründungsdokument für das k.
und k. Naturhistorische Hofmuseum unterschrieben, das heute im
Österreichischen Staatsarchiv aufbewahrt wird.

Sein 150-jähriges Jubiläum nimmt sich das Naturhistorische Museum
Wien zum Anlass für eine kritische Rückschau auf die Geschichte und
beleuchtet in einer großen Jubiläumsausstellung das Thema „Sammeln
einst und jetzt“.

„Wir werden in dieser Schau also nicht nur den riesigen Wert der
wachsenden Sammlungen für die Forschung – Evolutionsforschung,
Lagerstättenkunde, Landwirtschaft, Gesundheit beispielsweise –
darstellen, sondern durchaus auch die kritischen Aspekte der
Sammlungen diskutieren. Wir wollen zudem veranschaulichen, wie sich
Wissenschaft im Laufe der Menschheitsgeschichte verändert. Eines von
vielen Beispielen dafür: Hat man früher sofort möglichst alles
pikobello geputzt, Dinosaurierknochen ebenso wie die Venus von
Willendorf, freut man sich heute über den originalen „Schmutz und
Dreck“ an den Objekten wie Erde oder Rötelreste, weil diese so viel
zusätzliche Informationen enthalten, die wir erst heute erschließen
können“, so Generaldirektorin Dr. Katrin Vohland in ihren
Begrüßungsworten.

Je nach Perspektive ist ein Sammlungsobjekt mitunter materiell
wertvoll und zugleich von geringem wissenschaftlichem Interesse.
Umgekehrt kann ein unscheinbares, winziges Grabungsmaterial ein
Weltunikat sein, dessen Verlust nicht in Geld aufzuwiegen ist.

Diese Ambivalenz, die im NHM Wien und seinen Sammlungen manifest
wird, stellt das Leitmotiv der Schau „150 Jahre verborgene Schätze.
Gutes Sammeln, böses Sammeln“ dar, die am 28. April 2026 eröffnet
wird, wie die die Kurator*innen Univ. Prof, Dr. Mathias Harzhauser,
Direktor der Geologisch-Paläontologischen Abteilung, DDr. Martin
Krenn, Direktor des Archivs für Wissenschaftsgeschichte und Dr.
Stefanie Jovanovic-Kruspel in einem vom Stellvertreter der
Generaldirektorin und Direktor der Abteilung Digitale Medien und
Publikationen, Dr. Andreas Kroh, in einem kurzweiligen Gespräch
ausführten.

Das bedeutendste Sammlungsobjekt des Hauses und zugleich einer
der berühmtesten archäologischen Funde der Welt ist die rund 29.500
Jahre alte Venus von Willendorf. Sie wurde am 7. August 1908 bei
Ausgrabungen des k. und k. Naturhistorischen Hofmuseums im
niederösterreichischen Willendorf in der Wachau gefunden. Die 11 cm
hohe, mit Rötel gefärbte Frauenfigur wurde beim vorsichtigen
Untersuchen eines Fundhorizontes entdeckt.

Bis heute schlummern Kisten voll mit Beifunden aus den
verschiedenen Grabungsschichten im Tiefspeicher des Museums. Die
erste gut dokumentierte paläolithische Figur wurde bald zu einer
Ikone der paläolithischen Kunst. Jüngste Analysen enthüllten die
mögliche Herkunft des Rohmaterials und den Herstellungsprozess der
Skulptur. Die Venus von Willendorf und andere paläolithische Figuren
spiegeln ein Kommunikationsnetzwerk in ganz Europa wider, von
Frankreich bis Russland, wie Dr. Walpurga Antl-Weiser, ehemalige
wissenschaftliche Mitarbeiterin der Prähistorischen Abteilung und
Autorin einer brandneuen Publikation zur Frau von W. gemeinsam mit
Dr. Caroline Posch, der aktuellen Kuratorin der Venus von Willendorf,
erklärten.

Mit der Teilnahme an der Fundraising-Gala leisteten die Gäste
einen Beitrag zur Realisierung der Jubiläumsausstellung, aber auch
zur Beforschung der Grabungsmaterialien, die bei der Auffindung der
Venusfigurine ans Licht kamen und bis heute nicht aufgearbeitet sind.

Platz- und Tischkäufer sowie Unterstützer*innen des Gala-Abends
waren: der Verein der Freunde des NHM Wien, e-compact, MAGMAG, PKE,
Kling Wagenhofer, Schako, SynCare, Riegler Riewe, Schuberth und
Schuberth ZT, Gutsverwaltung Wilczek, MF Mediate Systems,
foodaffairs, Wein & Co, Zweigstelle Atelier, Erco Lightning GmbH,
bereal I immobilien, VerCon, HS Art, ASZ Zentrum für
Arbeitsgesundheit und -sicherheit sowie Vasko+Partner.

Service:

Link zur neuen Venus-Publikation (Englisch):

https://www.phoibos.at/Antl-Weiser-Walpurga-The-Venus-of-
Willendorf

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