Wien (OTS) – Die Kommandanten der selbstständig strukturierten
Milizbataillone des
Österreichischen Bundesheeres sprechen sich für die rasche Umsetzung
der Empfehlungen der Wehrdienstkommission aus. Diese umfassen
insbesondere das Wehrdienstmodell „Österreich PLUS“ sowie eine
Verlängerung des Zivildienstes auf mindestens zwölf Monate. Ziel ist
es, die personelle Einsatzbereitschaft des Österreichischen
Bundesheeres nachhaltig zu stärken und damit die militärische
Landesverteidigung Österreichs langfristig sicherzustellen.
„Die sicherheitspolitische Lage in Europa hat sich grundlegend
verändert. Österreich benötigt ein Bundesheer, das nicht nur modern
ausgerüstet, sondern auch personell ausreichend aufgestellt und
einsatzbereit ist. Verteidigungsfähigkeit benötigt einsatzbereite
Soldaten. Soldaten, die umfassend ausgebildet sind, regelmäßig
gemeinsam üben und im Ernstfall als eingespielter Verband handeln
können“, betonen die Kommandanten.
Zwtl.: Miliz ist tragende Säule der Landesverteidigung
Die Kommandanten verweisen auf den Landesverteidigungsbericht
2026/27. Der derzeitige Mobilmachungsrahmen des Bundesheeres umfasst
rund 55.000 Soldatinnen und Soldaten. Bereits heute wird der
überwiegende Teil der Mobilmachungsorganisation durch die Miliz
beziehungsweise beorderte Wehrpflichtige des Milizstandes gestellt.
Mit der geplanten Erhöhung der Mobilmachungsstärke auf 75.000
Soldatinnen und Soldaten bis 2032 sowie langfristig auf 110.000
Soldatinnen und Soldaten wird die Bedeutung der Miliz weiter
zunehmen.
Die Kommandanten weisen darauf hin, dass eine höhere
Mobilmachungsstärke allein noch keine höhere Verteidigungsfähigkeit
bedeutet. Entscheidend ist, dass die vorgesehenen Soldatinnen und
Soldaten umfassend ausgebildet, konkreten Funktionen zugeordnet,
regelmäßig gemeinsam üben und kurzfristig mobilisierbar sind.
❝ Verteidigungsfähigkeit benötigt einsatzbereite Soldaten – und
nicht nur Organisationspläne. ❞
Zwtl.: Umsetzung von „Österreich PLUS“
Wir fordern als Verantwortungsträger für viele tausend
Milizsoldaten die rasche Umsetzung der von der Wehrdienstkommission
empfohlenen Maßnahmen. Diese umfassen insbesondere das
Wehrdienstmodell „Österreich PLUS“ sowie eine Verlängerung des
Zivildienstes auf mindestens zwölf Monate. Dadurch werden die
personellen Voraussetzungen geschaffen, um die angestrebte
Mobilmachungsstärke mit ausreichend ausgebildeten Soldatinnen und
Soldaten zu hinterlegen und die Einsatzbereitschaft des Bundesheeres
nachhaltig zu stärken.
Das Modell „Österreich PLUS“ sieht einen achtmonatigen
Grundwehrdienst mit abgeschlossener Basisausbildung und
Truppenausbildung sowie eine anschließende Beorderung in die Miliz
und insgesamt 60 Tage verpflichtende Milizübungen vor. Die
Verlängerung des Zivildienstes auf mindestens zwölf Monate trägt dazu
bei, das Gleichgewicht zwischen Wehrdienst und Zivildienst zu wahren
und die personellen Voraussetzungen für die militärische
Landesverteidigung langfristig sicherzustellen.
Zwtl.: Appell an die politischen Entscheidungsträger
„Die militärische Landesverteidigung darf nicht nur in
strategischen Dokumenten vorgesehen sein. Sie muss in der
militärischen Realität vorhanden sein. Motivation ersetzt keine
Ausbildung. Ausrüstung ersetzt kein Personal. Mobilmachung ersetzt
keine Einsatzvorbereitung. Deshalb braucht Österreich jetzt die
notwendigen politischen Entscheidungen. Denn moderne Ausrüstung
allein genügt nicht. Verteidigungsfähigkeit benötigt einsatzbereite
Soldaten.“
Über die Initiative
Die Initiative wird von den Kommandanten der selbstständig
strukturierten Milizbataillone des Österreichischen Bundesheeres
getragen. Sie sind für die Führung ihrer Milizverbände im Einsatz
sowie für deren Ausbildung und Einsatzvorbereitung verantwortlich.
Das österreichische Bundesheer basiert auf einem Milizsystem. Den
überwiegenden Teil der Soldatinnen und Soldaten der
Einsatzorganisation bilden sogenannte „Bürger in Uniform“: Sie üben
ihre militärische Funktion neben Beruf, Familie oder Studium aus und
stehen im Bedarfsfall für die militärische Landesverteidigung bereit.
Auch die Kommandanten der Milizbataillone nehmen ihre
Führungsfunktion neben ihrem zivilen Beruf wahr und bringen ihre
langjährige militärische Führungserfahrung in die
sicherheitspolitische Diskussion ein.
Die Initiative versteht sich ausdrücklich als überparteilicher
sicherheitspolitischer Beitrag.





