vida-Hebenstreit: „Arbeitslosigkeit steigt – weitere Arbeitsmigration über Rot-Weiß-Rot-Card stoppen!“

Wien (OTS) – Die aktuellen AMS-Zahlen sind beunruhigend: Über 367.000
Menschen
sind arbeitslos oder in Schulung, die Arbeitslosigkeit ist im August
um 4,2 Prozent gestiegen. „In so einer Situation über weitere
Arbeitsmigration durch die Rot-Weiß-Rot-Card zu diskutieren, ist
verantwortungslos“, kommentiert Roman Hebenstreit, Vorsitzender der
Gewerkschaft vida.

Trotz Arbeitslosigkeit wird Lohndruck verstärkt

Statt die Menschen im Land abzusichern, will die Regierung noch
mehr Arbeitskräfte aus dem Ausland holen. „Das verstärkt Lohndumping,
macht Beschäftigte erpressbarer und verschärft den Druck auf Löhne
und Arbeitsbedingungen “ , gibt der Gewerkschafter zu bedenken und
betont: „Gerade jetzt muss Schluss sein mit dieser Politik auf Kosten
der Arbeitnehmer:innen“.

Die Gewerkschaft vida fordert daher:

– Einen sofortigen Stopp der weiteren Öffnung der Rot-Weiß-Rot-Card

– Massive Investitionen in Qualifizierung und Weiterbildung
inländischer Arbeitskräfte

– Faire Löhne und sichere Jobs als wirksamstes Mittel gegen
Fachkräftemangel

– Strenge Kontrollen gegen Ausbeutung und Schwarzarbeit

KV-Verhandlungen: Brauchen Lohnsteigerungen

In Hinblick auf die großen Lohnverhandlungen, die im Herbst
starten, stellt Hebenstreit klar: „Gerade in den Branchen, die nach
wie vor wachsen, brauchen wir kräftige Lohnsteigerungen, um die
Kaufkraft der Beschäftigten zu sichern. Nur so stabilisieren wir die
Konjunktur und damit den Arbeitsmarkt“. Zudem müsse Vollzeitarbeit
attraktiv sein und ein gutes Leben ermöglichen – „sonst bricht das
Fundament unseres Wirtschaftsmodells weg“, so der vida-Vorsitzende.
„Nur weil ein Teil der Industrie derzeit Probleme hat, darf man nicht
ein ganzes Land ruinieren. Wir brauchen eine offensive Lohnpolitik,
die Beschäftigten Sicherheit gibt und die Nachfrage stärkt – alles
andere wäre ein gefährlicher Irrweg“, bekräftigt Hebenstreit.

Wer Fachkräfte will, muss sie auch ausbilden

Fakt ist: Der Fachkräftemangel ist dort am größten, wo die Löhne
am schlechtesten sind. „Wer wirklich nachhaltige Lösungen will, muss
Ausbildungsplätze schaffen und faire Bezahlung sicherstellen“, so der
vida-Gewerkschafter. Insbesondere hinsichtlich der alarmierend hohen
Jugendarbeitslosigkeit von 11,6 Prozent, müssen Regierung und
Unternehmen ins Tun kommen. „Wer Fachkräfte für die Zukunft haben
will, muss sie auch ausbilden – und nicht durch Billigprogramme aus
dem Ausland holen“, so Hebenstreit abschließend.