WKÖ-Danninger: Neue Verpackungsabgabe wäre nächste Belastung zum schlechtesten Zeitpunkt

Wien (OTS) – Die geplante Einführung einer nationalen Abgabe auf
Einwegkunststoffverpackungen stößt auf massive Kritik seitens der
Wirtschaft. „Die Maßnahme käme in einer Phase massiv steigender
Rohstoff-, Energie- und Transportkosten und würde den bestehenden
Preisdruck für Betriebe und Konsumenten weiter verschärfen“, warnt
WKÖ-Generalsekretär Jochen Danninger.

Bereits jetzt verzeichnen Unternehmen – nicht zuletzt aufgrund
des Konflikts im Nahen Osten – deutliche Kostensteigerungen bei
Kunststoffen und Verpackungsmaterialien. Diese Entwicklung wirkt sich
entlang der gesamten Wertschöpfungskette aus und führt zu steigenden
Preisen für Unternehmen und Konsumenten. Eine zusätzliche Abgabe
würde diese negative Dynamik weiter verstärken und die Inflation
zusätzlich anheizen.

Besonders kritisch ist die widersprüchliche Wirkung vor dem
Hintergrund bestehender Entlastungsmaßnahmen. Danninger betont:
„Während an anderer Stelle Preisentlastungen für die Menschen in
Österreich angestrebt werden, droht eine neue Steuer diese Effekte
völlig zu konterkarieren. Im Endeffekt entstehen dadurch steigende
Endverbraucherpreise.“

Maßnahme ökologisch nicht treffsicher

Auch aus ökologischer Sicht bestehen große Zweifel an der
Treffsicherheit der Maßnahme. Österreichs Wirtschaft hat bereits
etablierte und funktionierende Recyclingsysteme sowie hohe
Investitionen der Wirtschaft in Kreislauflösungen getätigt. Es wurde
erst aufwendig ein Pfandsystem eingeführt, das man damit erst recht
wieder aushebeln würde. „Eine Abgabe hätte keinerlei Lenkungswirkung,
sondern wäre nur eine weitere Belastung ohne klaren Umweltnutzen“, so
der WKÖ-Generalsekretär.

Darüber hinaus warnt die WKÖ davor, dass nationale Alleingänge
die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Österreich weiter schwächen –
insbesondere im internationalen und grenznahen Wettbewerb.

„Wirtschaftlich richtig und notwendig wäre es, eine umfassende
Bewertung der wirtschaftlichen, inflationären und standortpolitischen
Auswirkungen vorzunehmen, bevor die Einführung zusätzlicher Steuern
überhaupt in Erwägung gezogen wird. Eine weitere Belastung in der
aktuellen Situation würde die Kostensituation verschärfen und wäre
ein völlig falsches Signal für Unternehmen sowie Konsumenten. Das
wäre ein weiterer Preistreiber, den letztendlich alle an der Kassa
bezahlen müssen“, betont Danninger abschließend. (PWK136/ST)