Wien (OTS) – Austropapier fordert europäischen Gleichklang bei den
Klimazielen.
Eine rechtliche Festlegung der Klimaneutralität Österreichs bereits
2040 würde den Standort und die heimischen Unternehmen zusätzlich
belasten, während auf europäischer Ebene weiterhin Klimaneutralität
bis 2050 vorgesehen ist. Laut einer aktuellen EcoAustria-Studie
könnte ein österreichischer Alleingang durch das über die EU-Vorgaben
hinausgehende Vorziehen der Klimaneutralität je nach Szenario
volkswirtschaftliche Kosten von 1,7 bis 2,6 Prozent des BIP
verursachen.
„Unsere Industrie steht in einem intensiven globalen Wettbewerb –
umso wichtiger ist es, nicht zusätzlich Wettbewerbsunterschiede
innerhalb Europas zu schaffen. Wenn Österreich Klimaneutralität
bereits 2040 verbindlich erreichen muss, während auf EU-Ebene
weiterhin 2050 gilt, steigt der Anpassungs- und Investitionsdruck für
heimische Unternehmen deutlich. Dem Klima ist nicht geholfen, wenn
Produktion und Investitionen dadurch in Mitgliedstaaten verlagert
werden, die länger unter weniger ambitionierten Vorgaben produzieren
können. Klimaschutz muss daher europäisch abgestimmt sein und
industrielle Wertschöpfung am Standort sichern“ , betont Austropapier
-Präsident Martin Zahlbruckner.
Die österreichische Papier- und Zellstoffindustrie hat sich
selbst klare Klimaziele gesetzt: Bis 2030 sollen die fossilen Scope 1
und 2 CO₂-Emissionen um 43,5 Prozent gegenüber 2021 sinken.
Langfristig verfolgt die Branche mit ihrer „Road to Net Zero“ das
Ziel der Klimaneutralität bis 2050. Entscheidend ist, dass dieser
Transformationspfad unter verlässlichen und wettbewerbsfähigen
Rahmenbedingungen umgesetzt werden kann.
„Die österreichische Papierindustrie exportiert rund 90 Prozent
ihrer Produktion. Unsere Unternehmen stehen damit unmittelbar im
europäischen Wettbewerb. Wenn Österreich Klimaneutralität bereits
2040 verbindlich erreichen muss, während auf EU-Ebene weiterhin 2050
als gemeinsames Ziel gilt, entsteht für heimische Unternehmen
zusätzlicher Kosten- und Investitionsdruck, der sich im
internationalen Wettbewerb nicht einfach weitergeben lässt.
Entscheidend ist daher, dass zusätzliche nationale Vorgaben nicht zu
einem Kostennachteil für exportorientierte Unternehmen am Standort
Österreich werden“ , betont Zahlbruckner.
Austropapier spricht sich daher dafür aus, die österreichische
Klima- und Industriepolitik an jener der Europäischen Union zu
orientieren und zusätzliche nationale Wettbewerbsnachteile zu
vermeiden.